Folge 43 - Wie man Brüche in Beziehungen repariert (rupture repair)
Shownotes
Es gibt keine Beziehung ohne Konflikte. Konflikte führen zu Brüchen und potentiell zum Ende einer Beziehung. Aus diesem Grund machen sie uns Angst. In ihnen steckt aber auch Entwicklungspotential. Wie wir mit ihnen umgehen, den Abbruch der Beziehung verhindern und sogar aus ihnen lernen können, ist das Thema dieser Folge. Dabei schauen wir uns an, wie ganau dies in der psychotherapeutischen Beziehung passiert. Hierfür wenden wir uns dem psychodynamischen Konzept von Rupture-Repair zu und erkunden, worum es dabei geht sowie wie und wo es angewandt wird.
Weiterführende Literatur:
Eubanks, C. F. , Muran, J. C. & Safran, J. D. (2018). Alliance rupture repair: A meta-analysis. APA PsycNet [On-line], Verfügbar unter: https://psycnet.apa.org/record/2018-51673-015 [15.05. 2026].
Taubner, S., Fonagy, P. & Bateman, A. W. (2019). Mentalisierungsbasierte Therapie. Göttingen: Hogrefe.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Mein Partner und ich streiten uns nie.
00:00:03: Ich hatte immer eine wunderbare Beziehung zu meiner Mutter, und meine Kindheit war ganz ohne Probleme.
00:00:09: Bei solchen Setzen werden Psychotherapeuten normalerweise stutzig.
00:00:13: Warum?
00:00:15: Weil Beziehungen nicht davon leben dass alles stets reibungslos und positiv verläuft!
00:00:21: Zu einer gesunden und lebendigen beziehung gehört auch Streit.
00:00:26: Es gibt keine Beziehion ohne Konflikt.
00:00:29: Diesen Satz wiederholte mein Lernanlütiger stets gern.
00:00:33: Das bedeutet auf der anderen Seite aber auch, dass ein Konflikt in der Beziehung zuerst mal einen Bruch an dieser Beziehungen verursacht?
00:00:41: Aber sie daran nicht automatisch scheitern muss!
00:00:45: Zerbricht die Beziehungs- doch an diesem Bruch weil es nicht gelingt ihn zu reparieren liegt dies oft daran das Nicht gehalten und vielleicht noch nicht verstanden werden konnte worum es bei diesem bruch ging.
00:00:58: In der psychotherapeutischen Bezieh ist das nicht anders.
00:01:01: Auch hier gibt es Brüche, hoffentlich zumindest!
00:01:05: Wenn es nicht gelingt sie zu reparieren kann die Therapie daran scheitern und es kommt zum Abbruch.
00:01:11: Gelingt es aber sie zu reparieren können Sie zur großen Wachstum uns bedeutenden Fortschritten führen.
00:01:18: Deshalb ist dieses Thema so wichtig und zeitgleich aber auch sowohl für Patienten als auch für Therapeuten oft Angst besetzt.
00:01:29: heute geht es um die Brüche in der psychotherapeutischen Beziehung und darum, wie man sie repariert.
00:01:36: Dabei ganz viel Spaß!
00:01:52: Und damit herzlich willkommen zur dreiundvierzigsten Folge unseres psychodynamischem Podcastes.
00:01:59: hoch erfreut euch wieder dabei zu haben.
00:02:02: heute zum Thema Wie Man Brüsche In Beziehungen Repariert?
00:02:07: Dazu gibt es ein ganz spezielles Konzept aus der psychodynamischen Psychotherapie des sogenannte Rapture Repair, welchen wir heute auf den Grund gehen wollen.
00:02:19: Rapture repair das meint das Reparieren von Brüchen oder Rupturen in der therapeutischen Beziehung.
00:02:26: Bevor wir die Hintergründe dieses Konzeptes erläutern und darüber sprechen wie es zu brüchen kommen kann und wie wir damit umgehen können und wir kurz rundlegend schauen welche Rolle Brüche in einer Beziehungen eigentlich spielen Meist versuchen wir diese nämlich einfach zu vermeiden.
00:02:43: Zum Beispiel, weil uns eine Auseinandersetzung unangenehm wäre oder wie Angst bekommen das die Beziehung daran scheitern könnte.
00:02:51: und auch Psychotherapeutinnen haben oft Angst vor Brüchen in der therapeutischen Beziehungen, die zu einem Therapierbruch führen könnten.
00:03:00: Über die Bedeutung von Trennung sprachen wir in der letzten Folge zum Thema Ablehnung bereits und wissen dass wir meist viel tun um diese zu vermeidigen.
00:03:10: Wer sich aber nicht trennen kann, kann auch nicht authentisch in Beziehung sein und sich auch kaum eine abgegrenzte Identität aufbauen.
00:03:20: Das gleiche gilt für Konflikte bzw.
00:03:22: Brüche.
00:03:24: Wenn wir uns nicht auseinandersetzen können bleiben wir unauthentisch weil wir nicht ehrlich mit unseren Bedürfnissen sind.
00:03:31: so kann eine Beziehungen auch nicht wirklich nah werden.
00:03:35: das spielt auch in der Psychotherapie eine Rolle Denn je unauthentischer und distanzierter die therapeutische Beziehung ist, desto weniger kann die Therapie wirken.
00:03:46: Psychotherapie lebt ja von einer echten Beziehungen – und dem was in dieser passiert!
00:03:52: Wenn sich Therapeuten und Patienten nun beispielsweise beide aber unbewusst einigen dass sie Ärger vermeiden wollen vielleicht aus Angst vor dessen Wucht, kann es keine Konflikte geben Und dann werden bestimmte Themen und Dynamiken überhaupt nicht besprechbar.
00:04:10: So eine unbewusste Einigung würden wir Kolusion nennen.
00:04:14: Ein anderes Beispiel wäre, wenn ein Patient vielleicht aus Scham oder Angst etwas verheimlicht was aber ein wichtiger Teil seines Lebens ist zum Beispiel Drogenkonsum in Stressmomenten.
00:04:27: Hierzu etwas aus der Psychotherapieforschung.
00:04:30: Wir wissen aus einer Metaanalyse von Eubanks, Myrin & Saffron Aus dem Jahr, dass Psychotherapien in denen es zu Brüchen kamen die nicht repariert werden konnten schlechter verliefen und oft abgebrochen wurden.
00:04:46: Bis hierhin kein Wunder!
00:04:48: Wir wissen aber auch das Therapien am besten liefen in den es Brüche gab die repariert werden konnten Und diese hatten sogar ein besseres Ergebnis als Therapie in denen Es vermeintlich keine brüche Gab.
00:05:01: Vielleicht auch weil hier Konflikte vermieden wurden Und je länger die Therapie läuft, desto deutlicher ist dieser Zusammenhang.
00:05:11: Diese Ergebnisse passen zu dem was wir aus der Bündungsforschung wissen.
00:05:15: Beziehungen leben von der Reparatur von Brüchen.
00:05:19: Nicht der Konflikt ist entscheidend sondern wie damit umgegangen wird.
00:05:24: Aus der Entwicklungsperspektive betrachtet würden wir sagen durch Brüche in der Beziehung zum Beispiel zur Mutter und die Reparaturen dieser Brücher verinnerlicht das Kind, dass schwierige Gefühle und Situationen ausgehalten werden können.
00:05:39: Das schafft wichtiges Urvertrauen und baut Ängste ab!
00:05:43: Durch Reparationserlebnisse lernen wir überhaupt erst uns zu beruhigen wenn es zum Konflikt kommt.
00:05:50: Lernen wir das nicht, können wir Konflikte auch oft kaum aushalten.
00:05:56: In den Konflikten die zu Brüchen führen zeigen sich also unsere frühen Themen.
00:06:02: Wir können erkennen, wie wir mit Gefühlen und Bedürfnissen umgehen – und was unsere auch unbewussten Erwartungen an den Beziehungspartner sind.
00:06:12: Je fragiler die eigene Persönlichkeit ausgebildet ist, desto starrer ist unsere innere Struktur.
00:06:19: Was dazu führt, dass wir sehr genaue Vorstellungen und Erwartung an die Beziehungen und das Verhalten unseres Gegenübers haben.
00:06:28: Umso leichter kommt es entsprechend zu Konflikten.
00:06:33: Dies ist besonders häufig der Fall bei Menschen, die aufgrund früher Traumatisierung keine ausreichend stabilen und flexiblen inneren Bewältigungsmechanismen entwickeln konnten.
00:06:43: Deshalb ist der Umgang mit Brüchen in der Beziehung besonders in der Arbeit mit traumatisierten Patienten wichtig – und nochmal mehr wenn es um sogenannte komplexe dramatische Störungen geht!
00:06:56: Im Gegensatz zur klassischen posttraumatischen Belastungsstörung, die oft auf ein einzelnes Ereignis zum Beispiel einen Unfall zurückgeht, entsteht eine komplexe Traumatisierung durch wiederholte langenhaltende Traumataar, die auch über Monate oder Jahre andauern.
00:07:14: Wir werden uns in einer der kommenden Folgen noch im Detail mit dem Thema der komplexen posttraumaatischen Belastungstörungen befassen – vielleicht schon in den nächsten!
00:07:23: Weil der Umgang mit Brüchen in der Beziehung gerade hier wichtig ist und ungehaltene Brüche schnell zu Beziehungserbrüchen führen können, wenn heftige Wut, Enttäuschungen oder Verzweiflung nicht aufgefangen werden wurde das Konzept der Reparatur der Brücher speziell für die Arbeit mit komplex traumatisierten Patientinnen entwickelt.
00:07:42: Genauer findet das Koncept Anwendung in der MBT – der mentalisierungsbasierten Psychotherapie, zu der wir auch schon eine Folge gemacht haben.
00:07:53: Besagtes Konzept nennt sich Rapture Repair.
00:07:57: Und obwohl es durchaus zeitgenösslich und modern ist, baut es auf den frühen Beobachtungen von Sigmund Freud auf.
00:08:06: Freud sprach davon dass die Psychotherapie naturgemäß Abwehrmechanismen in Patienten aktiviert, da wir ihn an innerseelische Orte führen, die schmerzhaft sind und ihm Anstrengung abverlangen.
00:08:18: In erfolgreichen Therapien kann die Zusammenarbeit aber dennoch aufrechterhalten werden.
00:08:24: Der aufrechterhaltene Faktor ist dabei die Bindung, die der Patient zum Therapeuten aufbaut und welche durch eine positive Übertragung geprägt ist.
00:08:33: Das heißt, der Patient erlebt seinen Therapeuten als zumindest ausreichend zugewandt und hilfreich!
00:08:40: Der Psychoanalytiker Lester Luborski fügt hier hinzu, dass es in einer zweiten Phase der Therapie nachdem der Beziehungsaufbau erfolgt ist darum gehe das der Patient in den therapeutischen Prozess investiert und es eine geteilte Verantwortung für diesen therapeutischen prozess zwischen Therapeut und Patient gibt.
00:09:02: Hierauf aufbaut, ist das Ziel hinter dem Rupture-Repair-Konzept nicht nur Therapieabbrüche durch eskalierende Konflikte zu verhindern sondern auch dass unser Patient lernt für sein Verhalten Verantwortung zu übernehmen.
00:09:17: Nur so kann eine Therapie überhaupt erst gelingen!
00:09:22: Die New Yorker Psychoanalytiker Safran und Miran die das Rupture Repair Konzept mit entwickelt haben betonen ihre Grundbedürfnisse stets implizit in die Beziehung mit einbringen.
00:09:37: Auf die Psychotherapie gemünzt heißt das, dass wir meist das Spannungsfeld zwischen den Grundbedörfenissen der Bezogenheit und der Autonomie verhandeln.
00:09:47: Diese Bedürfnisse werden in den Brüchen untergebracht und zeigen sich an drei Aspekten des therapeutischen Prozesses – an der Beziehungen, den Zielen oder der Vorgehensweise.
00:10:02: Dies ist die Theorie hinter dem Konzept von Rupture Repair.
00:10:07: Was das genau heißt, schauen wir uns jetzt an wenn wir über die Vorgehensweise sprechen.
00:10:13: Ein Bruch wird finiert als ein Zusammenbruch der zielgerichteten Zusammenarbeit zwischen Therapeuten und Patienten und kann wie gesagt entweder die gemeinsamen Ziele, die vorgehensweisen oder die therapeutische Beziehung betreffen.
00:10:31: Dieser Bruch wird dabei stets als etwas gesehen, was Therapeuten und Patienten gemeinsam produzieren.
00:10:40: Also nicht nur etwas, das auf Patientinnenseite passiert.
00:10:45: Hier merken wir schon den Fokus auf die therapeutische Beziehung.
00:10:49: Das Vorgehen besteht zunächst im Erkennen- und Benennen des Broches Dann im Validieren des Erlebens Und des Gefühls beziehungsweise des Bedürfnisses dahinter.
00:11:03: Da es sich hauptsächlich um Bedürfnisse von entweder Autonomie oder Bezogenheit handelt, wird derde die Therapeuten darum bemüht sein festzustellen was das eigene Verhalten im Gegenüber berührt hat.
00:11:16: Und dabei vor allem darauf achten wo das gegenüber in Konfrontationen oder ein Rückzug geht – dazu aber gleich noch mehr!
00:11:26: Ein Beispiel Vielleicht hat eine Therapeutin von ihrem Patienten verlangt dass dieser beim Arzt einen Drogentest macht da Zweifel an dessen Abstinenz bestehen.
00:11:37: Und könnte dieser Patient sich dadurch gekränkt fühlen und erleben, dass ihm nicht vertraut wird?
00:11:44: Hiergegen könnte in ihm nun ein Widerstand entstehen – und er beginnt die Therapie infrage zu stellen!
00:11:51: Die Beziehung also im Rahmen eines autonomen Befreiungsbedürfnisses zu gefährden.
00:11:57: Der Bruch betrifft dabei die Ebene der Vorgehensweise und der therapeutischen Beziehungen.
00:12:04: Die Validierung könnte folgendermaßen von der Therapeuten formuliert werden.
00:12:09: Das hat gerade ein wirklich schlimmes Gefühl in Ihnen ausgelöst!
00:12:12: Ich kann gut verstehen, dass mein Wunsch bei Ihnen das Gefühl schafft, dass ich Ihnen nicht vertraue.
00:12:19: Dass Sie sich da lieber zurückziehen wollen macht Sinn.
00:12:23: Nach der Validierung würde die Therapeutin explorieren wie es hierzu kam und mit den Patienten über das sprechen was zwischen ihnen passiert ist.
00:12:34: Dies tut sie aus einer neugierigen Haltung des Nichtwissens heraus, statt den Patienten mit einer bereits geformten Deutung oder Meinung zu konfrontieren.
00:12:44: Ebenso wird sie sich stets nach seinem Erleben erkundigen und ihn ermutigen dieses auch von Sicht aus mitzuteilen sowie danach ob er auch eher den Bruch verspürt hat.
00:12:58: Auch dies dient zum einen dem Beziehungsaufbau Zum anderen regt sie den Patienten aber auch zum Mitarbeit und Verantwortungsübernahme für sein Verhalten an.
00:13:08: Sie könnte hier auch erst mal ihre Beweggründe erklären, und sagen dass ihr der Drogentest wichtig ist weil sich schon Erfahrung gemacht hat an dieser Stelle nicht gut genug hin zu gucken – und vergangene Therapien deshalb nicht gut verliefen!
00:13:21: Sie möchte deshalb zum Wohle des therapeutischen Prozesses von jedem Patienten bei dem Drogen einer Rolle spielen ein Drogendest haben und dass dieses Thema auch mit maximaler Ehrlichkeit behandelt wird.
00:13:34: Die Therapeutin argumentiert nicht, sie macht ihre Haltung sowie ihre Erfahrung deutlich – aber auch das ihr wohl des therapeutischen Prozesses am Herzen liegt.
00:13:45: Damit wird sie erkennbar und geht in Beziehung.
00:13:49: Beim Explorieren würde Sie dann den Patienten einladen die negativen oder verletztlichen Gefühle weiter auszuführen zu untersuchen oder klarzustellen.
00:14:01: Möglicherweise werden Details des Rupturerlebnisses von beiden geteilt.
00:14:06: Die Therapeutin wird die eigene Wahrnehmung des Bruches darstellen und die eigenen Beiträge dazu anerkennen, und falls der Patient die Exploration vermeidet würde sie fragen warum er dies tut?
00:14:19: Zum Beispiel das scheint Sie jetzt sehr enttäuscht zu haben.
00:14:24: können Sie mir mehr über diese Enttäuschungen erzählen?
00:14:28: Die Therapeuten kommentiert und mentalisiert dann mit dem Patienten zusammen, was innerlich in beiden vorgegangen ist und ordnet ein, in welchen Situation der Patient etwas Ähnliches schon mal erlebt hat.
00:14:42: Also wo sich diese Dynamik im Leben des Patienten auch zeigt?
00:14:47: Dazu lädt sie ihn ein seine Gefühle zu untersuchen oder macht eine Annahme über dessen erleben?
00:14:54: Ich merke dass die gerade sauer auf mich geworden sind.
00:14:57: Ich würde gerne einmal innehalten und schauen, was hier jetzt gerade passiert ist?
00:15:02: Und was da möglicherweise noch hinterstecken könnte.
00:15:05: Was denken oder fühlen Sie gerade dazu?
00:15:10: Hier geht es um das Klären im Hier-und-Jetzt aber auch die Feststellung dass die aktuelle Situation und vor allem das was auf Beziehungsebene und dem Inneren des Patienten passiert nicht nur etwas im Hier und Jetzt ist sondern eine Dynamik tief in der Persönlichkeit des Patienten verwurzelt ist.
00:15:33: Zum Einstieg konnte die Therapeuten mit dem Patienten reflektieren, ob die Ereignisse in der therapeutischen Beziehung parallel zu dem aufweisen was er über andere gesagt und gefühlt oder mit anderen gemacht hat.
00:15:47: also was genau passiert hier zwischen uns?
00:15:50: welche Mechanismen werden ausgelöst?
00:15:53: wo passiert das an anderer Stelle auch falls das schon besprechbar ist?
00:15:58: Woher kommen die Mechanismen?
00:16:00: Also welche Erfahrungen zeigen sich hier?
00:16:04: Dies dient natürlich der Einordnung, aber auch der Bewusstmachung von unbewussten Erwartungen und erlebensweisendes Patienten.
00:16:12: Aber vor allem erlaubt all dies einen Durcharbeiten im Hier-und Jetzt – und dadurch eine Chance, die Dynamik gemeinsam zu verändern und eine andere Beziehungserfahrung zu machen!
00:16:25: Und nicht zuletzt die Beziehung zu bewahren….
00:16:29: Die Erfahrung, dass die gemeinsame Beziehung auch solche schwierigen Momente aushält und konstruktiv und wertschätzend mit der Situation umgegangen werden kann trägt dazu bei das unser Patient zunehmend die positive Erfahrung mit seiner Therapeuten internalisieren und sich zukünftig selbst besser regulieren kann.
00:16:49: Unser Patient soll sich und seine Bedürfnisse bewusst erleben lernen diese in seinen Beziehungen zu kommunizieren und seine Beziehungs so besser zu gestalten.
00:17:01: Dazu gehört, dass er Verantwortung für den therapeutischen Prozess und damit auch seinen Anteil übernimmt.
00:17:07: So steht am Ende jeder Reparatur das Geschehen gemeinsam ausgewertet und besprochen wird – wie zum Beispiel bezüglich der Therapieziele weiter vorgegangen wird?
00:17:18: Hier fragt man sich
00:17:19: z.B.,
00:17:20: ob die Ziele und Vorgehensweisen hilfreich sind!
00:17:24: Und was hilft
00:17:24: eigentlich?!
00:17:26: Es geht um Hindernisse und um Alternativen, die besprochen werden….
00:17:30: Sind die Grundprinzipien der Aufgaben bzw.
00:17:33: Intervention gut erklärt worden und sieht der Patient einen Sinn in ihnen?
00:17:39: Das Geschehen soll an konkreten Erlebnissen festgemacht werden, weil konkrete Inhalte am besten zu verändern sind – und ganz wichtig Raum lassen!
00:17:50: Nicht zu viel arbeiten sondern das Tempo des Patienten annehmen.
00:17:55: Es geht nicht um das Machen von irgendwelchen Aufgaben wie bei einer Schulaufgabe, sondern um das Besprechen von dem was passiert und wie es erlebt wird.
00:18:05: Ganz im Geiste der psychischen Analyse.
00:18:08: Zum Beispiel das Klären von Scham erleben über nicht gemachte Aufgaben oder die Bedeutung von Bagatellisierung mit zum Beispiel der Frage Was ist für die Beziehung bedeutet wenn nicht über eine bestimmte Sache gesprochen wird?
00:18:24: Nach dem Motto Sie berichten mir hier von starkem, selbstverletzenden Verhalten.
00:18:30: Sagen wir aber gleichzeitig, dass es nicht schlimm
00:18:32: sei.".
00:18:33: In mir entsteht ein Dilemma.
00:18:35: Auf der einen Seite mache ich mir Sorgen um sie und hatte verstanden, das unsere Arbeit die Selbstverletzung reduzieren soll.
00:18:43: Auf den anderen Seite möchte ich Ihnen keinen Druck machen und merke, daß es schwer für Sie zu sein scheint über diesen Punkt zu sprechen.
00:18:50: Was machen wir nun damit?
00:18:54: Die eigene Mentalisierungsfähigkeit zu schützen, indem der oder die Therapeuten sich klar macht was verhandelt wird ist bei alledem ein Grundbaustein um auch bei Brüchen zu klären wie wir dennoch im Gespräch miteinander bleiben können.
00:19:10: Über die Reparatur der Brüche hinaus gehört die Arbeit an den struktuellen Fähigkeiten wie das Aushalten von Ambivalenzen Frustration oder die Einfühlung uns gegenüber ganz wesentlich zum Prozess dazu.
00:19:24: Wer wissen möchte, wie die Arbeit mit intensiven Gefühlen und strukturellen Fähigkeiten ausschaut dem seien nochmal die Folgen zur Struktur- und Strukturniveau sowie der vorhin schon genannten Folge zu mentalisierungsbasierten psychotherapiens Herz gelegt.
00:19:38: Für heute wollen wir uns auf den Umgang mit den Brüchen fokussieren.
00:19:43: Diese sind übrigens bei Weitem nicht immer so offensichtlich wie in unserem Beispiel eben gerade wenn es um Brüche geht hinter denen eher das Bedürfnis nach Bezogenheit steht also Bewahn der Beziehung.
00:19:57: kann es sein, dass sich diese gut verstecken.
00:20:01: Hat ein Patient zum Beispiel durch eine Äußerung seiner Therapeuten Angst bekommen?
00:20:06: Dass diese unzufrieden mit ihm sein könnte und fürchtet nun das sie die Beziehungen beendet?
00:20:11: Könnte er anfangen seinen Erleben zunehmend zu verstecken!
00:20:16: Dies könnt ihr sich in einer übermäßigen Anpassung zeigen.
00:20:19: In der der Patient kommentar- und kritiklos alles hinnimmt – was die Therapeutin ihm sagt oder indem er zunehmend selbstkritisch wird, wenn ihm etwas nicht gelingt was die Therapeutin ihm vorgeschlagen hat.
00:20:31: Obwohl er diesen Vorschlag innerlich eigentlich gar nicht als passend empfindet.
00:20:36: Es kommt zum Bruch Aber er geht nicht aus der Beziehung Sondern möchte sie schützen.
00:20:42: Gleichzeitig wird aber Fortschritt verhindert.
00:20:46: Brüche hinter denen das Bedürfnis nach Bezogenheit steht führen zu einem oft stillen Rückzug.
00:20:52: Brüsche im Zeichen der Autonomie führen zu einer Konfrontation wie vermehrtem Beschwerden, Verweigerung dem Ausüben von Druck- oder Kontrolle oder dem zurückweisender Therapeuten.
00:21:06: Letztere Brüche sind dadurch offensichtlicher und bergen eher die Gefahr eines Beziehungsabbruchs.
00:21:13: Ob Konfrontation oder Rückzug – das Motto ist Ich kann nur bezogen sein und nicht autonom.
00:21:20: Also Bezogenheit zur Lasten der Autonomie Oder umgekehrt als Autonomies zu Lasten Risiken bestehen, wie schon gesagt im Beziehungsabbruch bei Fossierung von Autonomie oder im Kleben bleiben bzw.
00:21:36: darin das keine Veränderung möglich ist – bei FOSSIERUNG VON BINDUNG.
00:21:42: Letztlich wollen wir eine Entwicklung in die Richtung anstoßen dass beides da sein kann also sowohl autonome als auch bezogene Bedürfnisse.
00:21:53: Stichwort Ambivalenz.
00:21:57: Natürlich können sich die Brüche hierbei auch daran überschneiden, wie sie sich zeigen und durchaus desorganisiert und vermischt sein.
00:22:06: Kränkungen können zum Beispiel in beide Richtungen gehen – Sie können Konfrontationen oder Rückzug auslösen.
00:22:13: Ebenso wie die Intervention von validieren, explorieren und kommentieren sowie mentalisieren Abwechseln verwendet werden.
00:22:22: Ein Beispiel bei dem es um ein anderes Grundbedürfnis nämlich Sicherheit geht welches auch zu einem Bruch führen kann, ist die Dissoziation.
00:22:32: Das meint das Erleben von seinen eigenen Gefühlen aus Schutz heraus abgetrennt zu sein oder in einigen Fällen sich sogar von der Realität und dem hier-und jetzt Abgetrenn zu
00:22:41: füllen.
00:22:43: Hier wird die Therapeutin innehalten um mit den Patienten an der Orientierung im hier und jetzt unter Wiederherstellung des Sicherheitsgefühls arbeiten Bevor sie mit ihm erkundet was zum Verlust dieses Gefühl geführt hat und wie zukünftig damit umgegangen werden kann.
00:23:01: Welche Gefühle gehen mit Brüchen einher?
00:23:05: Patientinnen und Therapeuten können jeweils Angst, Beklemmung, Ärger, Frust, Trauer oder aber auch Langeweile fehlende Empathie eine Verlockung zur Manipulation, Schuld- und Schuldzuweisungen, Verlegenheit, Scham aber auch Hybris oder Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit erleben.
00:23:32: Prinzipiell sollten die entstehenden Gefühle erfragt und erkundet werden, da sie Hinweise für Brüche sein könnten.
00:23:41: Aufgrund dieser Gefühlen sind Brüchen oft unbequeme Herausforderungen.
00:23:47: Therapeutisch zu reagieren in einem Zustand großer emotionaler Intensität ist nicht leicht und braucht viel Erfahrung – Aber die Arbeit lohnt sich!
00:23:58: Die Exploration der Brüche führt schnell ins Gefühl und an die Grundbedürfnisse.
00:24:06: Wir fassen die Toolbox noch einmal zusammen.
00:24:09: Entsteht ein Bruch geht es erstens um das Erkennen dieses Bruches, zweitens die Frage ob er sich auf die Ziele Beziehung oder Vorgehensweisen bezieht, drittens um das Feststellen des betroffenen Grundbedurfnisses meistens Bezogenheit oder Autonomie, viertens ums Validieren Explorieren aus der nicht wissenden Haltung heraus, kommentieren das Geschehens und dem Wiederherstellen der Mentalisierungsfähigkeit – sowohl bei sich selber als auch beim Patienten.
00:24:46: Letztlich geht es um die psychodynamische Einordnung und den zukünftigen Umgang mit dem Thema.
00:24:52: Das Ziel ist eine neue Beziehungserfahrung!
00:24:56: Der Patient soll lernen seine Grundbedürfnisse in die Beziehungen einzubringen und diese so zu gestalten statt seine Bedürfnisse zu verstecken oder die Beziehung abzubrechen.
00:25:09: Und damit sind wir auch langsam am Ende unserer heutigen Folge angekommen!
00:25:14: Vielen Dank fürs Zuhören, ich hoffe es hat euch Spaß gemacht und dass sich euch das Konzept von Rupture Repair gut erklären konnte.
00:25:22: Ich finde dieses Konzept nicht nur sehr spannend sondern auch sehr wichtig für die Psychotherapie Wie gesagt vor allem für die Arbeit mit komplex traumatisierten Patientinnen aber auch prinzipiell Weil Psychotherapie, wie wir schon gehört haben von Beziehung lebt und eben auch von der Reparatur von Brüchen in dieser Beziehungen.
00:25:44: Mein zweites Anding für diese Folge war aber ganz generell mit euch darüber zu reden, wie wichtig Brüche für Beziehungs sind welche Rolle sie spielen Und dass es nicht schlimm ist wenn Sie auftreten sondern im Gegenteil das ihnen eine große Chance für Weiterentwicklung liegen kann.
00:26:02: Ich hoffe, dass mir das einigermaßen gelungen ist.
00:26:07: Lasst mich das gerne wissen, wie immer unter hoherfreutunterstrichpodcast auf Instagram und bewertet die Folge auch gerne dort wo ihr sie hört.
00:26:17: Abonniert auch gerne unseren psychodynamischen Newsletter um bei allem was Hoher Freude angeht auf dem Laufenden zu bleiben Und kommentiert gerne fleißig weiter.
00:26:26: Auch wenn ich es nicht schaffe auf alle Kommentare immer zu antworten lese ich Sie doch.
00:26:31: Und in diesem Sinne habe ich auch gelesen, dass ihr bei der letzten Folge gesagt habt das sich zu nah am Mikro dran war und deshalb zu viel Atem- und Schmatzgeräusche in der Folge waren.
00:26:40: Ich hab mir das zu Herzen genommen und versucht es bei diesem mal besser zu machen.
00:26:45: Auch hier hoffe ich, dass mir das gelungen ist.
00:26:47: lasst mich das gerne wissen ob es heute besser war!
00:26:50: Ich gebe mir Mühe einen möglichst schönen Audioerlebnis für euch zu schaffen.
00:26:54: hier In diesem Sinne vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.
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