Folge 46 - Psychotherapie ab 2027
Shownotes
Das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz ist trotz viel Kritik angenommen worden. Wir schauen uns an, was es damit auf sich hat, was die Folgen sind, welche Beziehung die amtierende Regierung zur Psychotherapie hat, was wir tun können und wie Psychotherapie in 2027 aussehen wird. Wir werden hören, warum der Begriff Todesstoß für die Psychotherapie durchaus angebracht ist.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Eigentlich war der dritte und abschließende Teil zum Thema der komplexen posttraumatischen Belastungsstörung ja als nächste Folge angedacht.
00:00:08: Aber nun ist etwas passiert, was die meisten von euch sicherlich auch mitbekommen haben – und was uns in den letzten Monaten in den sozialen Medien aber auch den Kammern und Praxen beschäftigt hat.
00:00:19: Am zehnten Siebten, also genau letzte Woche wurde das sogenannte GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz genauer von CDU, CSU und SPD beschlossen.
00:00:33: Und dieses Gesetz ging mit vielen Ängsten auf Seiten von Psychotherapeuten, Ärzten gesetzlich versicherten und Pflegekräften einher.
00:00:42: Diese Ängste haben sich nun nicht nur bestätigt sondern es kam sogar noch schlimmer.
00:00:49: Die nun kommenden Veränderungen werden die psychotherapeutische Landschaft ab dem kommenden Jahr grundlegend verändern.
00:00:56: Genau deshalb müssen wir auch darüber reden worum es dabei geht Was sich verändern wird, beziehungsweise wie es mit der Psychotherapie ab dem Jahr ist, geht weiter.
00:01:07: Der Weg dieses Gesetzes sowie dessen Vorgeschichte und die potenziellen Gründe für das Verhalten unserer Regierung – um all das geht's jetzt!
00:01:31: Und damit herzlich willkommen zur forty-sechsten Folge unseres psychodynamischen Podcasts.
00:01:37: hoch erfreut euch wieder dabei zu haben.
00:01:39: heute zum Thema Psychotherapie ab den Jahr oder auch der Todesstoß für die psychotherapeutische Versorgung, ein Begriff auf den wir nachher nochmal zurückkommen.
00:01:53: Zunächst aber zwei Punkte vorab!
00:01:55: Auch wenn der geplante Folgenablauf unterbrochen ist, ist der dritte Teil zur K-PTBS nicht vergessen und kommt als nächstes.
00:02:05: Zweitens das GKV Beitragsstabilisierungsgesetz berührt weitaus mehr als nur die Psychotherapie.
00:02:12: Auf diese wollen wir uns heute aber fokussieren auch weil sie einer der Bereiche ist, die am meisten unter dem Gesetz leiden.
00:02:21: Und jetzt erstmal die Frage – was ist dieses GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz überhaupt?
00:02:28: Das GKW-Beihtragsstabilisierungsgesetz wurde wie gesagt am zehnten Siebten diesen Jahres also vor einer Woche beschlossen und zielt darauf ab, die Beitragssätze der gesetzlichen Krankenversicherung zu stabilisieren und die Finanzlage der GKV langfristig auszugleichen.
00:02:48: Das Gesetz soll die strukturelle Finanzierungslücke der Gkv von bis zu vierzig Milliarden Euro bis zum Jahr- und Jahrzehnte schließen.
00:02:58: Ziel ist es, die Ausgabenentwicklung an die Einnahmen zu koppeln – die Dynamik der Zusatzbeiträge zu begrenzen und eine Zitat hochwertige Versorgung zu
00:03:09: gewährleisten.".
00:03:11: Warum diese Versorgung dadurch aber alles andere als hochwertig sein wird, hören wir jetzt.
00:03:24: In diesem Zeitraum erfolgte die Ausbildungsreform der Psychotherapie.
00:03:47: Zentral war hier, dass die Ausbildung nun ein Universitären und einen Praktischen Teil enthielt – letzterer sollte bezahlt sein und mindestens vierzig Prozent der Regelvergütung betragen, die die Krankenkassen für psychotherapeutische Leistungen zahlen.
00:04:05: Somit sollte sichergestellt werden, das die Ausbildungskandidaten für ihre Arbeit auch ausreichend entlohn
00:04:11: werden.".
00:04:12: Ein richtiger Fortschritt.
00:04:14: Das Problem ist, bis heute dass es kaum Stellen gibt die diese Bezahlung leisten können da nie geklärt wurde wer das Geld hierfür bereitstellt und genau dieses Thema welches die Ampelkoalition klären wollte liegt seit deren Ende auf Eis.
00:04:30: Bis Heute unternahmen die Bundesregierung keinen Schritt.
00:04:33: um mir etwas zu verbessern so kommen kaum neue Psychotherapeutinnen nach und tausende Menschen studieren in eine Sackgasse hinein.
00:04:43: Inzwischen warge ich zu sagen, dass dies der CDU CSU und SPD nicht einfach untergegangen ist.
00:04:50: Sondern das hier hinter Absicht steckt.
00:04:55: Dies würde ich als den ersten bewussten Angriff auf die Psychotherapie seitens der amtierenden Koalition werden.
00:05:01: Warum?
00:05:02: Weil noch mehr Angriffe folgten... ...die diesmal auch nicht mehr indirekt waren!
00:05:09: Der nächste Angriff kam im April diesen Jahres, über den wir in Folge Vierzig schon ausführlich gesprochen haben und den ich deshalb hier nur nennen werde statt ihn im Detail zu betrachten.
00:05:20: Der GKV-Spitzenverband konnte damals durchsetzen dass uns vier Komma fünf Prozent unserer Honorare gestrichen werden.
00:05:28: Dies ging wahrscheinlich nicht primär von der Politik aus sondern eben vom GKv Spitzen Verband wurde allerdings vom Bundesgesundheitsministerium auch nicht beanstandet Auch nicht nachdem wir als Psychotherapeutinnen in Berlin vorm Bundesgesundheitsministerium demonstrierten, Briefe schickten, Gespräche suchten und auf unsere Lage aufmerksam machten.
00:05:50: Aus heutiger Sicht verstehen wir warum das Bundes-Gesundheits-Ministerium uns nicht schützte!
00:05:56: Das Interesse von CDU CSU und SPD war damals bereits die Psychotherapie abzubauen – zu dem Warum kommen wir gleich noch?
00:06:04: Aber erst weiter der Reihe nach… Wobei wir doch einmal kurz eine Gegenwart springen.
00:06:11: Weil gerade vergangene Woche etwas Wichtiges in Bezug auf die Vier-Kommer fünf Prozent passiert ist.
00:06:17: Die Kassenärztliche Bundesvereinigung, kurz KPV hatte gegen die Kürzung geklagt und nun hat das Landessozialgericht Berlin Brandenburg der KPV recht gegeben und den sofortigen Vollzug ausgesetzt.
00:06:30: Das ist allerdings erst mal nur vorläufig bis die Sache final bearbeitet wurde.
00:06:34: Wann über die Klage in Hauptsache entschieden wird ist noch offen.
00:06:38: So kann es auch sein, dass die Klage doch noch abgewiesen wird und das bei den Kürzungen bleibt.
00:06:44: Sollte es bis dahin Nachzahlung gegeben haben, müssten diese wieder zurückgezahlt werden?
00:06:50: Dennoch ist dies ein wichtiger Sieg für uns alle, die entweder in der Versorgung arbeiten oder diesen Anspruch nehmen!
00:06:58: Jetzt weiter... Petitionen, Briefe, direkte Gespräche, E-Mails und Klagen folgten.
00:07:16: Dann kam der dritte Angriff seitens die Regierung.
00:07:20: Das besagte GKV Beitragsstabilisierungsgesetz trat auf den Plan Mit dem Vorhaben das finanzielle Defizit der gesetzlichen Krankenkassen aufzufangen Und weitere Beitragsteigerungen zu verhindern.
00:07:34: Wie will es das machen?
00:07:36: Durch Einsparung.
00:07:37: Es soll nur noch ausgegeben werden was auch da ist.
00:07:40: Das klingt erst mal sinnvoll, trägt aber einen entscheidenden Fehler in sich, derens die Mentalität hinter diesem Gesetz verstehen lässt.
00:07:49: Es geht nämlich von einer ökonomischen Wirtschaftlichkeitslogik aus – die sich so nicht auf das Gesundheitswesen und vor allem nicht auf die Psychotherapie anwenden lässt!
00:08:00: In dem Bewertungsausschuss des Bundesgesundheitsministeriums sitzen übrigens auch fast ausschließlich Juristen.
00:08:09: Wir können also nachvollziehen, wo diese Sichtweise herkommt.
00:08:13: Wenn jetzt aber nur noch so viel ausgegeben werden darf wie eingenommen wird dann bestimmt nicht mehr der Bedarf wie viel behandelt wird sondern das Budget.
00:08:23: was nämlich eingenommen wird ist an die Lohnentwicklung der Menschen gekoppelt weil sie bezahlen ja die Krankenkassenbeiträge.
00:08:30: je mehr die als verdienen umso mehr bekommen die gesetzlichen Krankenkasten.
00:08:35: hier könnte man nun also herangehen und sagen Wir investieren in die Gesundheit der Menschen, damit diese arbeitsfähig bleiben und ihre Beiträge bezahlen können.
00:08:45: Aber das ist leider nicht der Ansatz der Bundesregierung!
00:08:49: Die Ausgaben der Krankenkassen sind wiederum gebunden an die Ausgabe im Gesundheitssystem – also daran wie lange wir leben, wie gesund die Gesellschaft ist, in welche Therapien und Innovationen investiert wird etc.. Das lässt sich also nicht einfach gleichstellen….
00:09:06: Wir greifen das gleich nochmal auf….
00:09:09: Aus dieser Sparlogik heraus erfolgte nun der besagte dritte Angriff auf die Psychotherapie.
00:09:15: Und ich möchte noch mal betonen, dass nicht nur die Psychotherapie hier angegriffen wird – wir uns jetzt aber auf diese fokussieren!
00:09:23: Diese Angriff bestand in einer angekündigten Budgetierung der psychotherapeutischen Leistung.
00:09:29: Dies war zuletzt den Fall von dem Jahr und wird ab dem ersten Ersten des Jahres wieder so sein.
00:09:36: Das bedeutet, dass wir nun nur noch bis zu einer bestimmten Grenze volle Vergütung erhalten und danach nicht mehr.
00:09:44: Bei einem halben Kassensitz auf dem eine Therapeutin bis zu dreißig Stunden arbeiten darf würde diese Grenze aller Voraussicht nach bei achtzehn Stunden liegen.
00:09:54: Diese Therapeuten müsste also zwölf Stunden streichen da diese nicht mehr oder vielleicht auch nur noch verringert das wissen wir doch nicht genau vergüttet werden würden.
00:10:05: Realistischerweise arbeitet eine Therapeutin mit halben Kassensitz um die fünfundzwanzig Stunden und müsste also sieben Stunden streichen.
00:10:13: Gleichzeitig ging dies mit einer Lügenkampagne einher, sowohl der GKV-Spitzenverband als auch die Koalition von CDU CSU und SPD begann diese Einsparung mit falschen Zahlen und Argumenten zu rechtfertigen.
00:10:27: Die Abenteuerlichsten waren unter anderem das Psychotherapeutenjahr.
00:10:31: hundertneunzigtausend Euro mehr verdienen würden Weshalb uns das gar nicht schaden würde?
00:10:37: Wohin da komplett unrealistische Berechnungen einer maximal ausgelasteten Praxis standen.
00:10:44: Auch wieder ein typisch ökonomisches Denkmuster, welches von Gewinnmaximierung ausgeht oder dass unser Einkommen eh unproportional gestiegen sei – auch einen Punkt den wir in Folge vierzig schon auseinandergenommen haben!
00:10:59: Der stellvertretende Bundeskanzler Lars Klingbeil stritt auch wie jemand ab, dass es überhaupt Kürzung geben würde….
00:11:06: Bis heute streitet die CDU dies vehement ab.
00:11:09: Psychotherapie würde sich nicht verändern und es würde auch nicht zu einem Kollaps kommen, wir seien alle unrealistisch und müssten uns erstmal beruhigen und auf den Boden der Realität
00:11:19: zurückkommen.".
00:11:20: So sagt er zum Beispiel Simone Borchardt von der CDU.
00:11:24: Auch hierauf folgte wieder Protest von unserer Seite.
00:11:28: Wir stürzten uns auf das Thema.
00:11:30: Hier tauchte auch zum ersten Mal der Begriff vom Todesstoß gegen die psychotherapie auf.
00:11:35: Warum?
00:11:36: Weil eine Budgetierung bedeutet, dass wenn wir nur noch Geld für achtzehn Therapiestunden die Woche bekommen es auch nur nach achtzehnt Therapiestunde die Woche geben wird.
00:11:46: Weil die Praxen nicht umsonst arbeiten können und auch nicht sollten.
00:11:50: Vielleicht wird seitens der Regierung auch darauf gebaut das die Helfenden das trotzdem tun.
00:11:56: Wenn nun aber weitere Stunden benötigt werden weil mehr als achtzehm Patienten Hilfe brauchen Wenn wir jetzt mal vereinfacht eine Stunde pro Patient zählen würden dann würden alle weiteren Patienten nichts kriegen Egal ob sie depressiv oder suicidal sind, oder ob man die Chronifizierung einer Krankheit verhindern könnte.
00:12:15: Wenn jetzt der neunzinte Patient das Geld hat sich selbst die Therapie zu bezahlen wäre das eine Alternative zumindest für diesen einen Patienten.
00:12:24: Aber die meisten können sich keine private Therapie leisten.
00:12:28: was also ab zwei tausend siebenundzwanzig und auch schon ab jetzt weil viele Praxen sich da jetzt schon darauf einstellen um die Angebot zurückfahren?
00:12:35: die Konsequenz sein wird ist dass sich die Wartezeiten für gesetzlich versicherte Patienten verlängern werden.
00:12:43: Und, die Für-Selbstzahler und privatversicherte Patienten werden sich verkürzen.
00:12:48: Warum?
00:12:49: Weil den Praxen nichts anderes übrig bleiben wird als sich umzuorientieren und woanders ihr Einkommen zu generieren!
00:12:57: Wie wird sich die Lage also für Praxennändern?
00:13:00: Die werden mehr auf privat bezahlte Therapien Coachings Seminare und ähnliche Leistungen umsteigen und sich aus der gesetzlichen Versorgung zurückziehen.
00:13:10: Kleiner Exkurs, wohnlanden eigentlich die Patienten, die keinen Therapieplatz mehr bekommen.
00:13:16: Die erscheinen dann in den Hausarztpraxen!
00:13:20: Was also dort den Druck erhöht?
00:13:22: Nun hat die Regierung unter vierte Schmerz aber auch zeitgleich ab dem Jahr im Jahr ist die Krankschreibung am ersten Tag wieder eingeführt.
00:13:30: Kranke Arbeitnehmer sollen nachweisen dass sie auch wirklich krank sind.
00:13:34: Ihnen wird nicht vertraut.
00:13:36: Deshalb sollen sie direkt ab dem ersten Krankheitstag zum Hausarzt gehen und sich eine Krankschreibung holen.
00:13:42: Jetzt könnte man sagen, dass die das ja zumindest auch bei Telefon erledigen können – was nicht ganz so viel Aufwand schafft!
00:13:49: Aber die telefonische Kranschreibungen wird ebenso abgeschafft.
00:13:53: Das heißt, dass auf die Hausarzpraxen hier die zweite große Mehrbelastung zukommt wenn nun jeder der krank ist erstmal dorthin muss um sich einen Schein abzuholen.
00:14:03: Die KBV prognostiziert dadurch jährlich sechsundzwanzig Millionen mehr Praxisbesuche, was zusätzlichen Kosten von zweihundertsechzig Millionen Euro pro Jahr entsprechen.
00:14:16: Na, wenn das nicht hilfreich fürs Gesundheitssystem ist?
00:14:20: Dies soll ein Beispiel sein wie die aktuellen Maßnahmen von CDUCs und SPD eben nicht nur die Psychotherapie sondern das Gesundheitssystem als Ganzes auf mehreren Ebenen angreifen!
00:14:31: Und übrigens zeigen Untersuchungen der KBV ebenso, dass nun fast jede zweite Praxis – ärztlich und psychotherapeutisch – in Antwort zu den Sparplänen der Gesundheitsministerin Nina Wagen Überschließung nachdenkt.
00:14:46: Auch die einzelnen Kammern haben Hochrechnung und Einschätzung veröffentlicht und waren allesamt vor massiv steigenden Kosten durch unbehandelte Krankheiten und psychische Störungen sowie die Mehrbelastung der verbleibenden Praxen.
00:15:00: Die bundesweiten Krankengeld-Ausgaben lagen im Jahr zwei Tausend Fünfundzwanzig bereits bei einem Rekord hoch von einundzwanziger Komma sechs Milliarden Euro.
00:15:09: Wie wird das werden, wenn circa ein Drittel der Versorgung wegbricht und danach wahrscheinlich auch das nächste Drittel durch die Belastungen?
00:15:18: Ein genereller Wegfall vom Praxen ist politisch sicherlich gewollt und macht Platz für die Schaffung von Strukturen, die dann eben auch politisch kontrolliert sind.
00:15:28: Aber welchen Preis wird hier nach dem Geld gegriffen?
00:15:31: Wir sprachen in Folge vierzig schon darüber, wieso wohl Jens Spahn als auch Karl Lauterbach bereits versucht haben etwas Ähnliches umzusetzen und wie Jens spahn damals ebenso kurzfristig noch Gesetzesänderungen auf den Weg bringen wollte.
00:15:45: Wie es Nina Wagen jetzt getan hat.
00:15:47: Die Strategie bleibt die gleiche nur die Angriffe sind heftiger und zahlreicher geworden Aber es geht noch weiter.
00:15:55: ich sag dir ja schon dass das noch schlimmer werden würde.
00:15:59: Während das Entscheidungsdatum bezüglich des Beitragsstabilisierungsgesetzes näher rückte und wir alle auf das Thema Budgetierung fokussiert waren, fügte die Regierung ein paar Tage vor besagtem Datum also vor dem zehnten Siebten noch kurzfristig fast drei Hundert Seiten zu dem Sparpaket hinzu.
00:16:18: Das war das was ich gerade von Jens Spahn meinte – so kurzfristigt dass kaum darauf reagiert werden konnte!
00:16:25: In diesen fast dreihundert Seiten stand unter anderem der vierte große Angriff.
00:16:29: Die Angemessenheitsprüfung wird ebenfalls gestrichen werden.
00:16:34: Was bedeutet das?
00:16:36: Meistens, wenn die psychotherapeutischen Honorare jährlich zwischen der KBV und dem GKV-Spitzenverband verhandelt werden kommt es zum Streit – oft landet der letztlich vor Gericht sowie nun auch im Falle der Kürzung im April Dies gemeistens gut für die Psychotherapeuten aus, weil wir uns auf die Passage im Gesetz berufen konnten, die vorschreibt, dass wir angemessen vergütet werden müssen.
00:17:01: Das Bundessozialgericht hat vor Jahren verfassungsrechtliche Mindeststandards für die Vergütung genehmigungspflichtiger und zeitgebundener psychotherapeutischer Leistungen entwickelt.
00:17:11: Genau diese Passage soll ab twenty-seven zwanzig gestrichen werden!
00:17:17: Was bedeutet das für die Praxen?
00:17:19: Kurzum... dass wir nicht wissen, wie wir zukünftig verdienen werden und das wir keine rechtliche Basis mehr haben um unsere Honorare zu verteidigen.
00:17:29: Diese können künftig beliebig abgesenkt werden so wie es dem GKV-Spitzenverband unter Politik passen würde.
00:17:38: natürlich wird es weiterhin besagte Verhandlungen geben und auch weiterhin klagen.
00:17:43: diese werden sich nun aber viel länger hinziehen viel ungewiss an ihrem Ergebnis sein Und so die psychotherapeutische Arbeit deutlich unattraktiver und wirtschaftlich unsicherer machen.
00:17:55: Wir haben wieder die gleichen Folgen wie zuvor.
00:17:58: Praxen ziehen sich schon jetzt aus der gesetzlichen Versorgung zurück, sowie es von der Koalition der Bundesregierung gewollt ist – und die Patienten werden entweder selbst zahlen müssen oder sich privat versichern lassen … Oder schlicht, ich schätze mal zwischen sechs und zwölf Monaten länger auf einen Therapieplatz warten!
00:18:20: Und was ich jetzt noch gar nicht erwähnt habe, ist dass das Beitrag-Stabilisierungsgesetz noch weitere Kürzungen vorsieht.
00:18:26: Zuschläge für Kurzzeittherapien und die Sprechstunden durch die Termin-Serverstelle fallen ab dem Jahr auch weg.
00:18:34: Diese waren stets wichtige finanzielle Anreize diese Versorgungsangebote tatsächlich anzubieten.
00:18:40: Auch das wird zukünftig unattraktiver und schlicht weniger passieren.
00:18:46: Hier gegen gab es natürlich wieder heftigen Widerstand!
00:18:49: An dieser Stelle muss man auch hinzufügen, dass sich von der ersten Kürzung im April an auch politische Kräfte aus der Opposition auf unsere Seite gestellt haben.
00:18:59: Und so waren es zum Beispiel die Grünen, die zweifach einen Eilantrag gegen diese Änderung vorgebracht haben, der beide Male abgelehnt wurde.
00:19:08: Auch beim Bekanntwerden des Streichungs der Angemessenheitsprüfungen klärten die Grüner vor Gericht und verloren.
00:19:17: Und wie wir bei der Abstimmung gesehen haben, gab es auch ein paar einzelne Politikerinnen in SPD und CDU die sich mutigerweise auch gegen das Gesetz ausgesprochen haben.
00:19:31: Gleich möchte ich noch darüber sprechen was wir nun tun können.
00:19:35: Ich möchte aber vorher noch eine besondere Verzerrung aufgreifen, die etwas betrifft, was wir nicht tun können – was die Regierung aber gerne anders darstellt!
00:19:47: Eine Sache, die die Psychotherapie nicht tun kann Die Ärzte zum Beispiel tun können, ist die Verdichtung der Arbeit.
00:19:53: Wenn ihr euch mal gefragt habt warum Ärzten oft nur so wenig Zeit pro Patient bereitstellen, ist der Grund der dass eine Arztpraxis wenn sie budgetiert wird mehr arbeiten kann also mehr auch unterschiedliche Leistungen in kürzerer Zeit nach dem Motto wenn ich für einen Patienten jetzt weniger bekomme dann nehme ich halt zwei Patienten in derselben Zeit dran.
00:20:15: das kann ein Psychotherapeut nicht der immer nur fünfzig Minuten pro Einzelsitzung anbieten kann, weder keiner weniger Zeit pro Einheit anbietet noch mehr Patienten zur gleichen Zeit behandeln.
00:20:28: Wenn er jetzt nur noch achtzehn Stunden arbeiten darf gibt es keine Möglichkeit das auszugleichen.
00:20:35: Ohne die gesicherte Mindestvergütung und unter der Einschränkung der Budgetierung kann eine Praxis nicht wirtschaften – und dass bei dieser Berufsgruppe die eh schon am untersten Limit aller Facharztgruppen bezahlt wird!
00:20:50: was auch etwas mit alten Grabenkämpfen zwischen den Arztgruppen zu tun hat und übrigens auch etwas, mit dem selbstwert als Psychotherapeut macht wenn ich stets weniger vergütet werde als die anderen Ärzte.
00:21:03: Psychotherapeuten waren auch zuvor schon über Jahrzehnte unterbezahlt.
00:21:08: Und um nochmal deutlich zu machen warum ich von bewussten Angriffen der Regierung spreche, die sich auch nicht durch tatsächlich sinnvolle Sparmaßnahmen erklären lassen Psychotherapie macht genau ein Prozent der Kosten im gesetzlichen System aus.
00:21:23: Es ist absurd, hier sparen zu wollen!
00:21:26: Krankenhäuser und Arzneimittel verursachen die meisten Kosten.
00:21:31: Und beide wurden jetzt spontan – das war ebenfalls Teil der besagten dreihundertzeiten – noch im neuen Gesetz entlastet.
00:21:40: Ich will mich gar nicht über die Schonung der Krankenhäuser beschweren aber wieso werden die Pharmakonzerne statt der Psychotherapien geschont?
00:21:48: Die einfache Antwort?
00:21:50: Lobbyismus.
00:21:52: Bis zum Jahr im Jahr ist es nicht möglich, wenn die geplante Regelung das Pharmaunternehmen bei größeren Ausgaben im Gesundheitswesen für als Neimittelrabatte für diese geben müssen durchgesetzt worden wäre.
00:22:08: Warum kam das nicht?
00:22:09: Weil die Lobbys bei den Politikern Druck gemacht haben mit Kampagnen und der Drogen, dass sie sich sonst wirtschaftlich aus dem Bundesländern zurückziehen würden!
00:22:19: Im Lobbyregister des Bundestags wurden twohundert zweiundsechzig Stellungnahmen der Pharmakonzerne zu diesem Gesetz veröffentlicht.
00:22:27: Die Bundesregierung sagt aber, kein Lobbyist habe wesentlich zum Inhalt beigetragen!
00:22:34: Alles was wir bisher besprochen haben wird übrigens noch gravierender wenn es um die Praxen geht in den anderen Psychotherapeuten angestellt sind.
00:22:43: Wenn nicht mehr klar ist, was diese Psychotherapeutinnen wirtschaften außer dass sie deutlich weniger erwirtschaften werden als bisher, weil nicht klar ist wie viel die Arbeitsleistung noch wert sein wird und wieviel Sie arbeiten dürfen dann kann besagte Praxis nicht mehr planen.
00:23:01: Und das Ganze wird nochmal dramatischer, weil gleiches ja auch für die Ausbildungsstellen gelten wird!
00:23:08: Wie sollen die denn wirtschaftlich planen wenn nicht klar sind was die Ausbildungskandidaten erwirtschaftet?
00:23:15: Hier schließt sich der Kreis und wir kommen wieder auf den ersten Angriff der Politik zurück, der sich gegen die Ausbildungsstruktur richtete.
00:23:22: Ich unterstelle auch hier wieder ein Versuch die Ausbildung anzugreifen um die Psychotherapie quasi im Keim zu ersticken.
00:23:31: Also wie geht es weiter?
00:23:33: Fassen wir noch einmal zusammen Es wird ab jetzt schon deutlich weniger Psychotherapieplätze für gesetzlich Versicherte geben und die Praxen werden sich zunehmend entweder auf andere Einnahmen bequellen, hauptsächlich auf Privatzahler umstellen oder ihre Praxien auch einfach schließen.
00:23:52: Weil auch das erlebe ich bereits vor allem bei älteren Kollegen und Kolleginnen, die sagen dass sie keine Lust mehr auf all das haben und früher als geplant in Rente gehen!
00:24:04: weniger.
00:24:05: Die Behandlung an sich wird sich auch
00:24:07: ändern.".
00:24:09: Denn was macht es mit der therapeutischen Beziehung, wenn ich als Therapeut abhängig davon bin dass mein Patient bleibt und seine Rechnungen bezahlt?
00:24:18: Und ist vielleicht nur wenige dieser Patienten gibt die eine Therapie überhaupt noch bezahlen können?
00:24:25: Abgesehen davon das durch diese Eingriffe der Politik etwas Äußeres störend in die aktuelle Behandlungen eingreift was dort nun auch aufgefangen werden muss und ebenso den Therapeuten existenziell betrifft.
00:24:40: Wenn ich als Psychotherapeut nicht mehr den Schutz habe, dass sich existenzieell unabhängig von dem bin –was in der therapeutischen Beziehung passiert– und gezwungen werde noch ökonomischer zu denken, werde ich aus meiner Helfendenhaltung heraus und zunehmend in eine Position hineingedrängt, in der ich mir Sorgen machen muss selbst noch genug zu
00:25:00: bekommen.".
00:25:02: Was macht das mit der Qualität der therapeutischen Arbeit?
00:25:06: Damit, auf welche Patienten ich mich einlasse und mit der Beziehung zu meinem Gegenüber.
00:25:12: Auch in mich als Therapeut dringt da etwas Ungewolltes Fremdes ein womit ich nun einen Umgang finden muss.
00:25:21: Und genau da kommen wir zum Thema des Neoliberalismus welches wir in einer anderen Folge betrachten werden weil dass hier den Rahmen springen würde.
00:25:30: aber kurz Dahinter steckt wieder eine ökonomisierende und auf Gewinnmaximierung ausgelegte Haltung, die Menschen spaltet.
00:25:39: Und diese nicht als Menschen sieht sondern als Maschinen mit bestimmten Funktionen und eben als Konsumenten.
00:25:47: Die Politik injiziert diese Mentalität so auch in einen Raum, in den dieser gar nicht reingehört.
00:25:56: Über die Folge von Spaltungen sprachen wir bereits Aber ich will es trotzdem nochmal ansprechen Was die Politik hier tut ist eine Aufspaltung der Gesellschaft in eine zwei Klassenversorgung.
00:26:07: Und sie spaltet auch, oder versucht es zumindest, in der Psychotherapie und will uns aus der gesetzlichen Versorgung rausdrücken!
00:26:16: Wir kommen in ein konkurrierendes Umfeld.
00:26:19: Welche Praxis kann sich im Ring um Privatpatienten behaupten?
00:26:23: Wer verdient genug, um sich an die Psychotherapien zu leisten?
00:26:27: Die Politik ersetzt ein System, das sich um Verbundenheit dreht durch ein System was auf Spaltung und Konkurrenz basiert.
00:26:35: Und das ist gewollt da bin ich mir sicher!
00:26:39: Wenn wir das nicht wollen dann dürfen wir es eben auch nicht so sehr mitmachen.
00:26:43: aber das ist ja leicht gesagt denn ein bisschen werden wir es mit machen müssen Da haben Werger keine Wahl.
00:26:49: Aber wir sollten uns auch zusammen tun und um solidarische Systeme bemühen bewusst die Verbundenheit verteidigen.
00:27:00: Und ich glaube, also wenn man jetzt über die Frage nachdenken möchte wieso uns die Politik so angreift dann denke ich liegt die Antwort wahrscheinlich in solch systemischen Überlegungen.
00:27:11: zum einen will die Regierung Stärke zeigen und sich als erfolgreich und volksnah darstellen wobei sie uns immer wieder auch dreist belügen.
00:27:20: das sehen wir auf Social Media gerade ganz doll wo sich die Politiker von CDUC und SPD auf die Schultern klopfen, schön bearbeitete Bilder teilen und statt Kürzung das Wort Reform benutzen.
00:27:33: Und sich nun zu Hauf – nicht vor dem Gesetz wohl bemerkt, sondern jetzt, wo es zu spät ist – für ihre Entscheidung rechtfertigen und versuchen, sich als diejenigen darzustellen, die die schweren Entscheidungen zu unserem Wohle treffen mit Aussagen wie dass alles nicht so schlimm werden wird sie ja gar keine andere Wahl hatten und es auch keine Leistungskurzungen geben wird.
00:27:54: Der Vorsitzende der KBV Andreas Gassen vermutet hier zurecht, denke ich, dass es die Regierung wichtig war vor der Sommerpause noch um jeden Preis ihr Vorhaben durchzubringen.
00:28:05: Also das ist sicherlich der eine Grund!
00:28:07: Der andere – und er hat ganz besonders auf die Psychotherapie gemünzt – ist, dass Psychotherapien einem neoliberalistischen System ein Dorn im Auge sind, weil es in vielen Punkten das Gegenteil verkörpert.
00:28:21: Statt Spaltung setzen wir auf Verbundenheit.
00:28:24: Statt Ökonomisierung und Leistungsoptimierung setzen wir auch langfristige Prozesse, die nicht direkt sichtbar sind oder auch nicht direkt messbar sind!
00:28:35: Statt auf finanziellen Gewinn setzten wir auf individuelle und gesellschaftliche Gesundheit – vor allem auf psychische Gesundheit.
00:28:43: Und wir schauen nach innen statt nach außen zu polizieren.
00:28:48: Ich glaube so wie sich jemand der unfreiwilligen Therapie geschickt wird Davon bedroht fühlt und das alles nicht will.
00:28:56: Weil er eigentlich Angst vor dem hat, was in seinem Inneren auf ihn warten könnte, hat die Politik auch Angst vor uns – und fühlt sich bedrohnt!
00:29:03: Vielleicht doch gar nicht bewusst aber unbewusst?
00:29:07: Wir sehen dass an dem aktuellen Versuch das Informationsfreiheitsgesetz abzuschaffen, das uns erlaubt, die Machenschaften der Politik einzusehen.
00:29:16: Wodurch auch schon viel Korruption unter anderem um Jens Spahn und Philipp Amthor aufgelegt wurde.
00:29:22: Das will ich hier zwar nur neben Bayern wählen, sollte aber für einen riesen Aufschrei sorgen.
00:29:26: Unsere Regierung wird faktisch immer totalitärer!
00:29:30: Am liebsten wollen Sie nicht hinsehen und wären sich psychodynamisch gesprochen mit Mechanismen der Verleugnung, Verzerrung und Projektion.
00:29:40: Nicht wir sind nicht vertrauenswürdig und müssen kontrolliert werden sondern ihr – das sehen wir übrigens auch wieder daran dass Friedrich Merz besagte Krankschreibungen ab dem ersten Tag wieder einführt Was zeigt, wie viel Misstrauen die Politik gegen die Bürger in diesem Land inzwischen hat?
00:29:56: Die nun beweisen sollen, dass sie auch wirklich krank sind.
00:30:01: Ich glaube das hier eine Verschiebung oder eben Projektionsstadt findet und wir aufpassen müssen uns nicht nur noch mit diesen Bild zu identifizieren.
00:30:11: Übrigens kam im Jahr ist es durchschnittlich zweiundzwanzig drei Krankheitstage pro Mitarbeiter der Bundestagsbehörde zusammen.
00:30:19: Die bundesweiten Arbeitnehmer kamen lediglich auf vierzehnkommar acht Tage Nur so nehmen wir bei.
00:30:27: Die Politiker von CDUC und SPD schlüpfen zu dem gerade teilweise in Opferrollen und stellen sich als Dieder, für die es ganz, ganz hart ist jetzt etwas zu sagen.
00:30:37: Ein anderer Begriff dafür ist Gaslighting – also demgegenüber durch Manipulation das Gefühl zu geben dass dessen Wahrnehmung falsch sei.
00:30:46: Hierzu passen auch wieder die Aussagen von Simone Beuchert.
00:30:51: Letztlich geht es sicherlich auch um Geld.
00:30:56: Lobbyaktivitäten sind die Regierung an zahlreichen Stellen nachgewiesen worden.
00:31:00: Darüber sprechen wir auch noch etwas mehr auf Instagram und ich glaube auch nicht, dass es ungewollt ist das durch die Spaltung Abspechung und das Schüren von Frust in der Bevölkerung die rechten politischen Kräfte gestärkt werden.
00:31:14: Auch hier würde ich Absicht unterstellen.
00:31:17: Ich denke Es ist sowohl aus Gründen individueller Bereicherung als auch aus ideologischem Gewalt Dass die nächste Regierung rechts ist.
00:31:26: dass Konservativ- und Rechtsfließen Übergänge haben, wissen wir aus Zeiten der NSDAP.
00:31:33: Und ein Punkt noch!
00:31:35: Da wiederhole ich mich jetzt weil wir das in der Folge vierzig eben schon hatten.
00:31:39: aber Psychotherapie ist ein dominant weiblicher Beruf und wir erleben nach wie vor Wir hatten die Beispiele von Hebarm und MFAS Wie gerade das Weibliche was wir eher mit Versorgung und Pflege und eben Verbundenheit assoziieren würden angegriffen wird Und dass wir systemisch auch ein Kampf zwischen männlich und weiblicher Leben ist nicht neu.
00:32:04: Das patriarchale System scheint sich bedroht zu fühlen, das ist jetzt natürlich nicht gleichzusetzen mit dem tatsächlichen Geschlechte einzelne Personen sondern dem was wir verinnerlichen der inneren systemischen Haltung quasi.
00:32:18: Das sehen wir daran, dass gerade eine ganze Reihe an Politikerinnen da sind die sich auf fatalste Weise gegen Menschen richten zum Beispiel gerannte Ministerin für Gesundheit in Erwarken, aber auch die für Familie oder die für Wirtschaft.
00:32:35: Ihr habt auf Instagram mit mir gesprochen und dabei kam der Vergleich von Hexenverfolgung auf – und er ist erschreckend passend!
00:32:43: Zu Neuzeit wurden nicht ausschließlich, aber hauptsächlich Frauen verfolgt, die entweder bedrohlich für das System waren weil sie Geld und Einfluss hatten oder auch weil sie am Rande der Gesellschaft lebten und als Sündenböcker herhalten mussten Aber auch, weil sie als Hebamme und Heilerinnen die Leute durch ihr Können verunsicherten.
00:33:03: Und wenn etwas schief lief, beschuldete man sich der schlechten Zauberrei!
00:33:07: Der Grund für die Verfolgung lag aber genau wie hier – nicht bei den Verfolgten sondern bei dem Verfolgern.
00:33:15: Es gab also damals schon systemische Gründe dafür, genau wie es heute systemische gründe für die Ungleichsberechtigung zwischen männlichen Weiblichen unserer Gesellschaft gibt.
00:33:26: Und wenn jetzt eine Psychotherapie daherkommt und die Verfolger nach ihren eigenen inneren Anteilen und der eigene Verantwortung fragt, dazu drängt nach innen zu schauen – dann ist das bedrohlich.
00:33:38: Was bedrohlig ist wird mit Aggression konfrontiert!
00:33:43: Was können wir nun tun?
00:33:46: Zunächst mal weitermachen.
00:33:48: Auch wir haben uns teilweise in neoliberalistischen Haltung verfangen indem wir in der Vergangenheit zunehmend nach Effizienz und Standardisierung gefragt, uns gegenseitig anhand dieser Kriterien abgewertet haben.
00:34:02: Ökonomisierung und Digitalisierung haben wir als Fortschritt angenommen ohne ausreichende Dynamik zu unterfragen die wir damit schaffen.
00:34:11: Es scheint jetzt aber so dass ein gemeinsamer Feind uns wieder zueinander führt.
00:34:17: Alle unsere Maßnahmen doch aber zu reden aufzuklären sich auszutauschen uns zu informieren Petition und Demos zu starten und unterstützen, Politiker direkt zu kontaktieren auch in den Praxen aufzuklären.
00:34:32: Und uns vor allem weiter zusammenzuschließen – all diese Dinge helfen!
00:34:39: Verbundenheit bzw.
00:34:41: Integration ist der Gegenpolzuspaltung.
00:34:45: Neben Effekten im Außen helfen uns alle unsere Anstrengungen und unser Zusammenhalt dabei dass wir uns verbunden fühlen das Leid teilen können und diesen Kampf ein bisschen besser weiter aushalten können statt selbst daran zu zerbrechen.
00:34:59: Wenn ihr auf Demos wart, überlegt euch mal wie ihr euch da gefühlt habt – wahrscheinlich gar nicht so schlecht!
00:35:06: Und da können wir uns an dem orientieren was unser täglich Brot ist und was wir kennen.
00:35:12: Wir arbeiten nämlich täglich daran unseren Patienten zur Mehrverbundenheit und Beziehung zu verhelfen ebenso wie Anspannung zu reduzieren Gefühle und innere Anteile zu versorgen und spannungsvolle innere und äußere Situation etwas mehr aushalten zu können, beziehungsweise über Lösungen nachzudenken.
00:35:31: Wie können wir uns vernetzen?
00:35:33: Über die Kammern!
00:35:35: Die KVN, Dachverbände wie die DBTV zum Beispiel... Und es gibt inzwischen ein schnell wachsendes und sehr mächtiges Aktionsbündnispsychotherapie welches ich euch den Shownutz verlinken werde und euch auch wirklich nur wärmstens empfehlen kann beizutreten.
00:35:53: Zusätzlich hat die KBV ein paar konkrete Hinweise an die Praxen gegeben, unter anderem in diesem Jahr noch so viel wie möglich zu arbeiten und soviel wie möglich die Boni für zum Beispiel stattfindende Sprechstunden über die Termin-Service-Stelle zu nutzen.
00:36:07: Zum einen um jetzt noch mehr mitzunehmen und zum anderen um zu zeigen dass wir gerne viel arbeiten wenn wir angemessen dafür bezahlt werden und das wir es nicht mehr tun wenn wir es Und was auch in aller Deutlichkeit gesagt werden muss, dass all diese Gesetzesänderungen noch anfechtbar sind und es hier gegen auch Klagen geben wird.
00:36:33: So hat die KBV zum Beispiel starke Zweifel daran geäußert, das sich die Angemessenheitsprüfung einfach so aus dem Gesetzesbuch streichen lässt – und dass es hier rechtliche Schritte dagegen geben wird!
00:36:44: Falls ihr noch ein weiteres Indiz dafür braucht, dass alle diesbewusste Angriffe der Regierung Die Koalition hat ja bereits einige Abmeldungen eingeplant, die uns nun als entgegenkommt verkauft werden.
00:36:56: Aber ein klares Zeichen dafür sind dass denen bereits klar war das es gegen Wind geben wird und dass sie sehr wohl wissen was sie anrichten.
00:37:04: Allerdings sind diese Punkte genau wie die Fragen, wie genau die Budgetierung oder der Wegfall der Angemessenheitsprüfung aussehen werden noch sehr unklar.
00:37:13: Das erfahren wir dann im Herbst wenn die Werten Politiker aus der Sommerpause zurück sind.
00:37:19: Es ist aber die Rede davon, dass in den Jahr zwanzig begonnenen Therapien von der Budgetierung ausgeschlossen werden sollen und dass sowohl Kinder- und Jugendtherapie ebenso wie schwere Fälle – auch hier ist unklar was das genau heißt– auch hiervon ausgenommen werden sollen.
00:37:36: Aber natürlich nicht von der Absenkung der Vergütung!
00:37:39: Das heißt aber alles auch, dass wir den Herbst abwarten müssen... und uns zwar nicht auf die Gerichte verlassen sollten, aber dennoch hoffen dürfen das CDU-CSU und SPD nicht mit all ihren Verbrechen durchkommen.
00:37:52: Ich möchte zum Schluss nochmal etwas wiederholen was ich vor kurzem schon an anderer Stelle gesagt habe.
00:37:59: Wir Psychotherapeuten erleben in unseren Praxen oft Menschen, die bei missbräuchlichen und schädigenden Bezugspersonen aufwachsen.
00:38:07: Und die unglaublich ungerechte Aufgabe haben sehr viel arbeiten zu müssen um einen Umgang mit den Erfahrungen und Wunden zu schaffen, die sie aus diesen Erfahrungen mitgenommen haben.
00:38:18: Das ist in keinster Weise gerecht da Sie nicht die Verantwortung für die schlimmen Dinge trugen, die ihnen die Menschen zugefügt haben von denen sie hätten geschützt werden müssen.
00:38:28: Wir kommen hier in eine ähnliche Situation.
00:38:31: Die Menschen, die uns und unser System und die Versicherten hätten schützen sollen, schaden uns ganz bewusst und systematisch.
00:38:39: Die Folgen werden katastrophal sein – und so ungerecht es auch ist.
00:38:43: aber wir müssen dennoch damit umgehen und weitermachen, uns weiter engagieren, weiter kämpfen… Und am besten tun wir dies im Zusammenhalt!
00:39:00: die jetzt relativ spontan erschienen ist und aber auch notwendig ist, glaube ich.
00:39:06: Weil das was gerade passiert thematisiert werden muss und je mehr Videobrauch sprechen, je mehr wir uns engagieren umso besser!
00:39:15: Wie immer vielen Dank fürs Zuhören.
00:39:16: Ich hoffe die Folge hat euch geholfen zu verstehen wie die aktuelle Lage ist und auch so ein bisschen den Werdegang dieses Gesetzes zu verstehen und zu verstehen, wie die Politik uns eigentlich systematisch immer wieder versucht hat anzugreifen und was auch Ziel der Politik und wie wir uns auch schützen können.
00:39:34: Und ich hoffe, dass diese Folge auch zum Gespräch anregt und letztendlich, wie gesagt zu mehr Zusammenhalt führt!
00:39:41: Ich erinnere nochmal gerne an das Bündnis Psychotherapie, das ich euch verlinken werde – und wenn ihr mögt folgt mir gerne auf Instagram unter hoherfreut-podcast.
00:39:51: Dort gibt es noch mehr Inhalte zu diesem Thema.
00:39:53: Wir befassen uns da gerade ganz viel mit.
00:39:55: Ich verlinke euch auch nochmal die beiden bisherigen Folgen zu dem Thema Und wie immer, wenn ihr mögt, abonniert den kostenlosen Newsletter um bei hoher Freude auf dem Laufenden zu bleiben und bewertet die Folge gerne dort wo ihr sie hört.
00:40:06: All das hilft dem Podcast beim Wachsen!
00:40:09: In diesem Sinne, beim nächsten Mal hören wir uns wieder mit dem regulären Programm.
00:40:13: Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten mal.
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